•  

     

     

Was ist der Unterschied zwischen Leitungsanfragen, Schachtscheinen, Anfragen auf Zu- und Abstimmung und den verschiedenen Meldungsarten?

Leitungsanfragen dienen zum Einholen von Leitungsauskünften. Sie können bundesweit mit dem Leitungsauskunftsportal an die beteiligten Behörden und Ver- und Entsorgungsunternehmen versendet werden.​ Sollte die Maßnahme umgesetzt werden, ist vorher eine Aufgrabemeldung an die zuständigen Behörden und Leitungsnetzbetreiber zu senden.

Einige Behörden und Ver- und Entsorgungsunternehmen erteilen erst nach einer Anfrage auf Zu- und Abstimmung die Genehmigung für eine Maßnahme. Hierzu zählen z.B. die Berliner Wasserbertiebe.

Der Schachtschein vereint die Leitungsanfrage und die Aufgrabemeldung. ​Er kann in jedem Bundesland (außer Berlin) über das Leitungsauskunftsportal bei konkreten Baumaßnahmen versendet werden.

Aufgrabemeldung (Baubeginnanzeige)
Die Aufgrabemeldung gibt nach erfolgter Leitungsanfrage/Leitungsauskunft und erteilter Sondernutzungsgenehmigung den tatsächlichen Baubeginn für eine Maßnahme an. Sie enthält ergänzend Kontaktdaten des Bauleiters und der ausführenden Baufirma. Diese Meldungen gehen zur Kenntnisnahme ein, ggf. erteilte Auflagen nach den jeweiligen Vorschriften bzw. Regelwerken an die Baufirma sind einzuhalten (Beispiel: Einweisung vor Ort). D​​ie Straßenbaubehörde hat die Möglichkeit, auf die Aufgrabemeldung zu reagieren.

Havariemeldung
Die Havariemeldung gilt als Aufgrabemeldung in Notfällen bzw. bei Störungen, ohne vorherige Leitungsanfrage und Sondernutzungserlaubnis. Der Versand ist bis zu 2 Tage nach Baubeginn möglich. Die Meldung enthält Kontaktdaten des Bauleiters und der ausführenden Baufirma sowie mindestens einen Plan/Skizze zur Lage der Havarie. Diese Meldungen gehen zur Kenntnisnahme ein. Die Straßenbaubehörde hat die Möglichkeit, auf die Havariemeldung zu reagieren.

Anzeigemeldung (im Land Berlin)
Die Anzeigemeldung gilt nach §12 (7) Berliner Straßengesetz (BerlStrG) und der zugehörigen Ausführungsvorschriften für kleine Leitungsbaumaßnahmen von unwesentlicher Beeinträchtigung des Gemeingebrauchs (z.B. Hausanschlüsse, Reparaturen), die der Straßenbaubehörde lediglich anzuzeigen sind. Sie entspricht also einer Aufgrabemeldung für Kleinstbaustellen (nach Definition in §12 BerlStrG), bei denen keine Leitungsanfrage und Sondernutzungserlaubnis im Vorfeld notwendig ist. Die Meldung enthält auch Kontaktdaten des Bauleiters und der ausführenden Baufirma und mindestens einen Plan/Skizze der Maßnahme. Diese Meldungen gehen zur Kenntnisnahme ein. Die Straßenbaubehörde und Leitungsnetzbetreiber haben die Möglichkeit, auf die Anzeigemeldung zu reagieren (z.B. Erteilung von Auflagen kann übermittelt werden (Basis Regelwerke, ...) oder Anordnung, Wiederherstellungsvorbehalte oder Baustopp).